1. Allgemeines & Natürliche Kältemittel

Synthetische Kältemittel (F-Gase wie R404A, R134a, R507) unterliegen strengen gesetzlichen Regularien (F-Gase-Verordnung) und werden künstlich verknappt und verteuert. Natürliche Kältemittel wie Ammoniak (NH3), CO2 (R744) und Propan (R290) sind zukunftssicher, nicht von Verboten betroffen und meist deutlich energieeffizienter. Sie investieren also in Sicherheit und niedrige Betriebskosten.

Wir sind spezialisiert auf industrielle und gewerbliche Anwendungen. Das reicht von der Supermarkt-Kälteanlage über Logistikzentren bis hin zu großen Industrieanlagen im Megawatt-Bereich. Für private Klimaanlagen (Split-Geräte im Wohnhaus) sind wir nicht der richtige Ansprechpartner.

Wir sind ein Ingenieurbüro für Planung und Beratung. Das heißt: Wir konzipieren die Anlage, erstellen die Ausschreibungsunterlagen und überwachen die Montage. Die Installation selbst übernehmen qualifizierte Kältefachbetriebe, die wir gerne empfehlen oder steuern. Das garantiert Ihnen eine unabhängige Qualitätskontrolle – wir prüfen, was andere bauen.

2. Sicherheit & Technik (Ammoniak / CO2)

Ammoniak ist toxisch, aber in der modernen Kältetechnik sicher beherrschbar. Es wird seit über 100 Jahren erfolgreich genutzt. Durch strenge Sicherheitsvorschriften, Gaswarnanlagen, Lüftungssysteme und automatische Absperrungen ist das Risiko minimal. Zudem hat Ammoniak einen entscheidenden Vorteil: Man riecht es schon in winzigen, ungefährlichen Konzentrationen („Selbstwarnung“), lange bevor eine gefährliche Konzentration entsteht.

Bei hohen Außentemperaturen ändert CO2 seinen physikalischen Zustand, wodurch herkömmliche Verflüssigung nicht mehr möglich ist. Früher galt das als ineffizient. Heute nutzen wir moderne Technologien (Ejektoren, Parallelverdichtung), die CO2-Anlagen auch im Hochsommer hocheffizient machen. Sie sind damit eine vollwertige Alternative für fast alle Einsatzgebiete.

Propan ist brennbar. Daher nutzen wir es meist in sogenannten „Kaltwassersätzen“ (Chillern) in Außenaufstellung. Das brennbare Gas bleibt draußen auf dem Dach, ins Gebäude führen nur Wasserleitungen. So kombinieren wir die hervorragende Effizienz von Propan mit maximaler Sicherheit im Gebäudeinneren.

3. Projektablauf & Sanierung

In der Regel nicht. Wir wissen, dass Stillstand Geld kostet. Bei Sanierungen im Bestand planen wir Übergangslösungen (z. B. Mietkälte oder schrittweise Umschaltung), sodass Ihre Produktion oder Logistik fast nahtlos weiterlaufen kann.

Das hängt stark von der Komplexität und den Genehmigungsverfahren (z. B. nach BImSchG) ab. Eine erste Machbarkeitsstudie erstellen wir oft innerhalb weniger Wochen. Für Großprojekte sollten Sie vom ersten Strich bis zur Inbetriebnahme mehrere Monate bis zu einem Jahr einplanen.

Oft ja. Bevor wir zu einem Neubau raten, prüfen wir den Bestand („Retrofit“). Manchmal reichen der Tausch von Ventilatoren (EC-Technik), der Einbau von Frequenzumrichtern oder eine neue Regelungsstrategie, um 15–20 % Energie zu sparen und die Lebensdauer um Jahre zu verlängern.

4. Kosten & Förderung

In der Anschaffung (Investitionskosten/CAPEX) liegen sie oft etwas höher als Standard-Anlagen, da die Komponenten hochwertiger (Stahl statt Kupfer bei NH3, hohe Drücke bei CO2) und die Sicherheitsanforderungen höher sind. Betrachtet man jedoch die Lebenszykluskosten (TCO) über 10 oder 15 Jahre, sind sie aufgrund der enormen Stromersparnis und der günstigen Kältemittelpreise fast immer die wirtschaftlichere Lösung.

Ja, und zwar erhebliche. Der Staat fördert den Wechsel auf natürliche Kältemittel und Energieeffizienz (z. B. BAFA Modul 4) mit hohen Zuschüssen (oft 25–50 % der förderfähigen Kosten). Wir prüfen für jedes Projekt die Förderfähigkeit und erstellen die nötigen Konzepte.